Start Termine Infos Fotos Paddelblatt Für Dich Kanupolo Links Email Hilfe

zurück zur Übersicht

"Sehr bewegtes Wasser" mit Oli im Canadier

Schon Wochen vor dieser Fahrt bettelte ich Oli an, doch Ďmal eine Wanderfahrt mit mir zu unternehmen, weil ich z:B. sehr, sehr lange nicht mehr paddeln war, weil Oli WW gefahren ist (im Winter!) und weil ich bei einer Wanderfahrt dazwischen ziemlich krank war.

Beim Eskimotieren bettelte ich Oli wieder an - natürlich war wieder eine WW-Tour geplant. Doch Oli und Kai versuchten mich zu überreden mitzukommen, denn: ich war ja schon Ďmal WW auf der o.O. gefahren (im Sommer), es macht viel Spaß, es ist gar nicht kalt - das Wasser hat immerhin 3°C, und ich könnte auch Küchenhandschuhe nehmen und in Stoffschuhen überlebt man das auch und einem wird nicht kalt, wenn man in den Walzen spielt und wenn doch kann man ja schließlich ein bißchen joggen, um wieder warm zu werden und überhaupt... Ich war wirklich am überlegen, entschied mich am Schluß aber lieber zum Fotografieren.

Als ich an dem Abend vom Tanzen zurückkam, erklärte mir meine Mutter, daß Oli angerufen hat: ich könnte morgen paddeln, es wäre sehr bewegtes Wasser, aber kein Wildwasser sondern obere Oker. Ich dachte natürlich, daß Oli mich aufmuntern wollte, doch mit WW zu fahren, und meine Mutter zwar nicht belogen aber vielleicht nicht die ganze Wahrheit gesagt hatte. Also entschied ich mich doch mitzufahren und packte für WW. Zum Glück nahm ich dann noch andere Handschuhe mit als die Spülhanschuhe (für das Umsetzen oder aufladen), eine Mütze oder ein Stirnband nahm ich leider nicht mit. Am anderen morgen erfuhr ich von Oli, daß er nicht vorhatte, o.O. zu fahren - er wollte auf einen ruhigeren Fluß mit mir, weil ich ja darum gebettelt hatte und weil Oeffi und danach Kai doch keine Lust hatten, WW zu fahren. So stand ich nun mit Schwimmweste u.ä. am Bootshaus - nicht ganz richtig auf eine Wanderfahrt eingerichtet.

Aber es ging dann doch: der ausgewählte Fluß führte genug Wasser. So trugen wir also den Canadier, unsere Sachen und Oliís Umsetz-Fahrrad zur Einsatzstelle, stiegen ein und fuhren los. Es ging gleich munter los und so ging es auch weiter. Ich hatte einige Probleme Oliís Befehle auszuführen, die uns gut davor bewahrten, z.B. unter einen Baum gedrückt oder sehr naß zu werden: "Jetzt ziehen - nein LINKS! - und jetzt geradeaus!" Außerdem wollte Oli auch öfters ins Kehrwasser, was uns einmal sogar sehr half, unter einem Baumstamm durchzukommen (rückwärts). Ein Wehr haben wir umtragen, bei einem anderen bin ich ausgestiegen und habe Oli alleine fahren lassen. Jedenfalls sind wir einige Male laut Oli "Lehrbuchmäßig" ins Kehrwasser ein- und ausgeschwungen, immer mit einer Spitze kurz vor einem Baumstamm oder einer Kiesbank.

Da es ziemlich windig war und wir keinen geeigneten Mittagsplatz zur richtigen Zeit fanden, aßen wir erst am Ziel, bauten Oliís Fahrrad wieder zusammen und Oli fuhr -gegen den Wind natürlich- den Bulli holen. Ich stellte mir das Boot auf und machte es mir im Windschatten bequem - genauer gesagt ich legte mich hin und versuchte, zu schlafen. Doch nach knapp fünf Minuten kam eine Reiterin vorbei und fragte: "Ist alles OK?" Nach weiteren fünf Minuten kam ein Auto vorbei, bremste, fuhr zurück und die Insassen guckten etwas komisch. Dabei kann man ja nicht einschlafen, erst recht nicht weil es mir langsam etwas kalt wurde, bei ca. 3°C (am Morgen war es noch unter 0°C).

Während der 1¾ Stunden, die ich auf Oli wartete, bedauerte ich es wohl noch öfters, mir nicht ein Mütze mitgenommen zu haben, aber die Blicke der Autofahrer machten vieles wieder gut - als ob sie noch nie ein Boot gesehen hätten.

Marcel

zurück nach oben

© 1996-2013 Webmaster - KGNO - Alle Rechte vorbehalten. Design by Marcel Lancelle.