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Sommerurlaub an der Mecklenburger Seenplatte

Nachdem Fragen nach einer Sommerfahrt beim Anfängertraining für mich ergebnislos blieben, versuchte ich es einfach mal per Email - und tatsächlich habe ich wen gefunden: Kurt hatte auch Lust und nahm sich zu der Zeit frei. Reinder und Dörthe wollten eigentlich auch mit, konnten jedoch berufsbedingt dann doch nicht.

Also gings am Sonntag Morgen (9. Aug.) pünktlich um 9.00 los. Nachdem auch das Fahrrad eingeladen war, luden wir am Bootshaus noch ein Boot für mich auf und fuhren wegen Ferienverkehr über die Landstraßen nach Fürstenberg. Wir kamen am frühen Nachmittag an, so daß wir gleich eine kleine Tour die Havel aufwärts machen konnten. Seen und engere Durchfahrten wechseln sich hier ab, doch auch in den Durchfahrten bemerkt man die Strömung nicht. Wir hatten übrigens die allerbeste Zeit zum Paddeln ausgesucht, da gerade der Sommer anfing und zwei Wochen später ja schon wieder aufhörte.

Wir begegneten vielen Booten, von denen die meisten Leihkanus oder Motorboote waren. Diese Boote sammeln sich alle vor den recht kleinen Schleusen und haben oft eine Stunde Wartezeit. Die Schleusenwärter kennen es jedoch offenbar gar nicht, daß Kanuten auch mal eine Schleuse umtragen können, so daß es bei ihnen interessante Reaktionen hervorruft, wenn man sich an den anderen Booten vorbeischlängelt und an der Schleuse aussteigt.

Wieder am Campingplatz angekommen bemerkten wir auch schon einen weiteren Vorteil dieser Region: es gibt keine Mücken! Na gut, aber höchstens eine pro Abend. Das ist jedenfalls sehr angenehm. Doch noch mehr Luxus hatte die Fahrt zu bieten, z.B. Übernachtung im Wohnwagen und diese bequemen Liegestühle, was ich von Paddelfahrten eigentlich nicht gewohnt bin. Eine schöne Radtour durfte an diesem Abend auch nicht fehlen.

Der nächste Tag war typisch für die Reise: Frühstück im Liegestuhl, die Sonne genießend, anschließend Fahrtenplanung mit Hilfe der Generalkarte, und schon gings aufs Wasser. Wir fuhren ein Stück auf der Havel und bogen dann in einen Zufluß ab. Auf einer Insel machten wir Mittagspause, die mangels großer Planung aus Salzbrezeln bestand auch mal was anderes. So fuhren wir nach dem Paddeln auch erstmal Einkaufen.

Am Abend suchten wir den Himmel noch nach Sternschnuppen ab, da man laut Zeitung ganz viele sehen sollte, doch neben den Sternen und Satelliten tauchten auch die nächsten Tage keine Sternschnuppen auf.

Am Dienstag entschlossen wir uns, keine Rundtour zu fahren, sondern in Canow (muß man nicht unbedingt kennen) loszufahren und bis zum Campingplatz zu paddeln. Der Wind hielt sich in Grenzen, sorgte jedoch für angenehme Abkühlung, da die Sonne ziemlich brannte. Nach einer schönen Mittagspause war es auch nicht mehr weit zum Ziel, wo wir mit den Fahrrädern weiter fuhren. Die Strecke war sehr schön, meist im Wald oder am Wald entlang; die Radwege waren perfekt ausgeschildert, so daß wir die Karte nicht bemühen mußten. Kurt fuhr so schnell wie er konnte und ich habe auf ihn gewartet, und als ich am Auto nach der 70-minütigen Fahrt meinte: "angenehmes Reisetempo, kurz vorm Schwitzen" konnte der triefende Kurt nur noch müde lächeln.

Für den folgenden Tag hatten wir eine Fahrt von Mirow über eine kleine Durchfahrt zum Schwarzer See und zurück über die südlicheren Seen geplant, was jedoch daran scheiterte, daß wir die Durchfahrt nicht fanden. So wurde es eben keine Rundtour, was aber nicht so schlimm war, da der Rückweg ja doch immer anders aussieht. Nach der Mittagspause am Schwarzer See fuhren wir gemächlich und mit einem kleinen Umweg wieder zum Auto. Am Abend gab es ein stärkeres Gewitter, was uns jedoch wenig kratzte. Es regnete auch noch ein bißchen, doch am nächsten Tag schien die Sonne wieder, doch es war recht windig. Da das Wanderboot, was ich mitgenommen hatte, nicht so gut geeignet war für Wind und Wellen, entschieden wir uns für einen Fluß in der Nähe. Um nicht Gefahr zu laufen, zu wenig Wasser zu haben oder sich durch Gestrüpp kämpfen zu müssen, wählten wir extra keinen Kleinfluß, sondern einen Wanderfluß im Flußführer. Wir wollten also die "Dosse" fahren. Da das Wetter noch ganz gut war, setzten wir zuerst mit den Fahrrädern um. Leider war bei der Fahrradstrecke auch eine 4 km-Sandpiste (die offizielle Verbindung zwischen den beiden Orten) dabei, was auf dem Fahrrad hohe Konzentration fordert und natürlich auch ziemlich bremst.

Wir paddelten also los. Nach ca. 500 Metern nahm das Gestrüpp im Fluß lästige Ausmaße an und der Fluß war mehr und mehr von Grütze bedeckt. Schließlich konnte man vor sich keinen Fleck mehr erkennen, der nicht von Grünzeug bedeckt war...

Das Boot blieb vor dem nächsten Paddelschlag wieder fast stehen und das Paddel blieb im Gestrüpp hängen. Doch wenn man um eine Kurve kommt und sehen kann, daß sich dies die nächsten 400 Meter auch nicht ändern wird, kann man sich schon wünschen, irgendwo anders zu Paddeln. Nach ca. drei Kilometern kam ein Wehr, was ich gar nicht im Flußführer gefunden hatte. Bei der dortigen Mittagspause entdeckten wir folgende Eintragung im Flußführer einige Kilometer oberhalb des Einsatzortes: "die nächsten 30 km 10 Wehre". Oh, oh. Wir mußten uns noch fast 10 Kilometer durch Gestrüpp kämpfen, 4 Wehre umtragen und konnten 2 Wehre fahren. Wir empfehlen die Dosse (besonders im Sommer) daher für Leute, die gerade auf "Paddel-Entzug" sind.

Nach dieser Erfahrung war es klar, daß wir am Freitag wieder auf Seen paddelten. Wir fuhren von Mirow Richtung Norden (Müritz), wo nur noch eingeschränkter Motorbootverkehr erlaubt ist. Diese Strecke ist landschaftlich absolut empfehlenswert. Das Naturschutzgebiet ist sehr naturbelassen und sumpfig, wodurch das Ufer viel schöner aussieht. Das letzte Teilstück unserer Tour war sogar vollkommen für Motorboote gesperrt, was doch wesentlich angenehmer ist, wenn man nicht andauernd irgendwo einen Motor hört. Wenige Kilometer vor der Müritz hätten wir noch 150 Meter umtragen müssen, um weiter zu paddeln, was wir uns aber geschenkt haben. Auch bei der ebenso schönen Rückfahrt war das Wetter gut, obwohl die Wettervorhersage ziemlich regnerische Zeiten vermuten ließ. Am Abend gingen wir in einem Restaurant mit Gaststätte, Hotel, Bootsanlegern und Kanu-Verleih, das wir beim Vorbeipaddeln schon wegen Eis besichtigt hatten, Essen.

Der Abreisetag war gekommen, doch auch heute paddelten wir noch. Wir wollten von Wittenbere nach Schnackenburg fahren und setzten wieder die Fahrräder zuerst um. Dies war recht unangenehm, da der "Radweg" aus den Betonklötzen bestand, auf denen die Grenzfahrzeuge früher mal fuhren. Sie lagen natürlich nicht alle auf gleicher Höhe und hatten viele Löcher von guter Reifenbreite, die zwar Autos nicht stören, uns aber ziemlich genervt haben. So kamen wir auch erst um drei Uhr bei den Kajaks an, wo wir die etwas verspätete Mittagspause machten. Die paar Kilometer auf der Elbe waren schnell gepaddelt, so daß wir bereits um halb sechs in Schnackenburg ankamen. Nun holten wir schließlich noch die Fahrräder. Der einwöchige Urlaub war doch sehr schnell vergangen.

Marcel

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